Splitterherz

Man spürt es, wenn etwas zerbricht. Es zerspringt nicht wie ein Weinglas; schmerzlos, leise und ohne viel Zutun. Nein, es dauert an – wie eine schwere Krankheit, welche sich Splitter für Splitter in dein Herz bohrt. Und die Scherben, welche dabei zurück gelassen werden kann man nicht eben wieder zusammensetzen. Entweder bringt man viel Geduld und Zeit auf oder verschließt sein Herz für immer. Denn ein Neues gibt es nicht. Weder im Angebot, noch per Rückgaberecht.

Das Herz ist wie Glas.

Zerbrechlich.

Zerbrechlich, aber undurchsichtig. Denn wer kann von sich wirklich behaupten, dass er seinem Gegenüber alles kristallklar darlegt? Das Herz vollkommen öffnet?

Ein Glasbläser ist es gewohnt, seine Arbeit mal zerbersten zu sehen. Doch kein Mensch sieht gerne sein Herz bluten. Wenn unser Herz kaputt ist, es nicht mehr fähig ist zu lieben, so können wir es nicht eben gegen ein anderes eintauschen. Aufgrund dessen tun wir alles, um es zu schützen. Hüten es wie einen Schatz. Daher ist es kein Wunder, dass wir oft soweit gehen und es uns nicht eingestehen, dass der Kampf bereits verloren ist. Ich gehöre auch zu diesen Herzkriegern. Wir kämpfen nicht mit Klinge und Schwert, sondern mit Gefühl und Verstand.

Bei mir hat oftmals eher der Verstand Einzug gehalten. Die Stimme der Vernunft. Ich verschließe mein Herz und lasse niemanden hinein. Mein Wesen ist nicht dafür gemacht zu lieben und es ist nicht mein Ansinnen, andere mit in den Abgrund zu ziehen. Ich bin in vielerlei Hinsicht einfach kaputt. Ein Gefühlskrüppel. Unfähig etwas zuzulassen, geschweige denn zu geben.

Doch dann kam er und mit ihm der stetige Kampf. Ich habe ihn in das Land der Schneekönigin geführt und darauß gibt es kein Entrinnen. Der Klumpen in meiner Brust will einfach nicht erwärmen.

Nulllinie.

Der Holländer Michel hat gewonnen.

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