Von Unruh erschlagen aufgefunden

Wie gerne würde ich die Zeit zurückdrehen.

Nur um ein letztes Mal dein Lächeln zu sehen. Dich einzuatmen. Um dich ein allerletztes Mal zu lieben; zu küssen. Möchte dir noch einmal nahe sein, bevor ich dich für immer verliere.

Wochen sind nun vergangen seid wir uns das letzte Mal sahen. Seitdem hänge ich in der Luft. Finde keinen Halt mehr. Immer und immer wieder lese ich deine Zeilen. Deine Worte des Kummers, welchen ich dir immer nehmen wollte. Deine Worte der Zärtlichkeit, welche ich eine Weile genießen durfte. Ich lese von deinen Träumen, in denen ich eine zeitlang Gast war. Gemeinsam schwelge ich mit dir in deinen Erinnerungen. Dein Lachen klingt in meinen Ohren, wenn ich die Anekdoten überfliege. Und dann letzte Nacht. Deine Nachrichten kamen stetig, betrunken und so ehrlich. Ich blieb wach. Wollte einfach deinen Gedanken lauschen. Wie früher.

Du bist ratlos. Willst es jedem recht machen, besonders mir. Deine Unzufriedenheit ist spürbar. Früher war ich alles für dich. Heute eine von vielen. Eines jedoch weiß ich, ich werde auf dich warten. Vielleicht wird dir ja eines Tages doch bewusst, dass ich es wert bin. Das du mich willst – auch mit meinen Fehlern. Ich habe Zeit gebraucht. Zeit zu verstehen. Mich zu finden. Vielleicht brauchst du sie genauso. Und irgendwann; wer weiß. Bis dahin werde ich warten. Warten auf dich, während der Herbst die Bäume neu einkleidet, der Winter den jungfräulichen Schnee bringt und im Frühling die Blumen vor meinem Fenster erblühen. Es kann sein, dass ich Momente der Sehnsucht verspüre und darin zergehe oder mich die Eifersucht fast ersticken lässt. Doch werde ich auch das ertragen. Vieles habe ich hinter mir gelassen – für dich. Nicht nur du hast verloren. Bin ein Wagnis eingegangen. Und noch immer bist du es wert.

Es mag ein aussichtsloser Kampf sein. Doch ruft mein Herz deinen Namen. Ich möchte einfach, dass du dich erinnerst. An mich, wie ich dich vollende; dich bewege. An uns. Ich möchte, dass du mich spürst, wenn du zurückkehrst. Heim in ihre Arme.

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