Zimmer 04

Hier sitze ich nun. In diesem schäbigen Hotelzimmer. Der Wein schmeckt schal und Tiemo Hauer läuft in Endlosschleife. Während ich mir noch einen Schluck gönne, tanze ich durch den Raum. Jedes einzelne Wort trifft genau in mein Herz. Es gibt dem was ich fühle einen Namen. Sehnsucht.

Die Zeiger stehen auf Zwölf. Ein neuer Tag beginnt. Einer neuer Tag, meines neuen Lebens.

Vielleicht ist es jugendlicher Leichtsinn. Doch ich folge dem Bass des Lebens. Raus. Raus auf’s Dach. Stolpernd gehe ich auf das Geländer zu, während ich kindlich das Laub vor mich herschiebe. Der Nachthimmel ist klar und bringt die typische Kälte mit sich. Ich schlüpfe durch ein Loch im Gatter. Die schwindelerregende Höhe verstärkt meine Kopfschmerzen für einen kurzen Moment. Der Blick zu den Sternen beruhigt mich und plötzlich steht alles still. Lediglich der Herbstwind schickt meinen Rock an, sich wippend um meine Beine zu schmiegen. Und ich habe nur noch einen Wunsch.

Vergessen.

Mit einem Lied auf den Lippen breite ich die Arme aus – engelsgleich. Ein zufriedenes Lächeln. Ein siegreicher Gedanke. Es wird so sein, als hätte es mich nie gegeben.

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