Klappe, die Zweite

Etwas schleicht sich unter meine Bettdecke. Nur langsam öffnen sich meine Lider. Eine sanfte, mir bekannte Melodie dringt an mein Ohr. Noch verschlafen winde ich mich auf die Seite. Unter der Decke macht sich immer noch Leben breit. Schmunzelnd stelle ich mich schlafend. Versuche keinen Mucks von mir zu geben. Und es dauert nicht lange, da spüre ich den süßlichen Atem in meinem Gesicht. Gefolgt von einem leisen Kichern. Ich muss mich zwingen nicht einzustimmen.

Forschend wandern kleine Finger von meinen Ohren, hin zu meinen Wangen. Es kostet mich alle Mühe nicht zu lachen. Auf die fehlende Reaktion folgt eine Kuscheleinheit. Der kleine warme Leib schmiegt sich an mich. Ich öffne vorsichtig die Augen. Mein Blick fällt auf sie. Ihr Haar ist ganz zerzaust und sie trägt noch die geflochtenen Zöpfe vom Vortag. Sie versinkt im viel zu großen Shirt, was ich an Tagen wie diesen trage. Draußen regnet es. Der Himmel ist grau. Ich vergrabe mein Gesicht in ihrem Nacken. Schlinge meine Arme um ihren zarten Körper. Mein kleines Mädchen.

Die Melodie wird jäh unterbrochen von dem Knarren des Dielenbodens, als nackte Füße darübergehen. Ich brauche mich nicht umzudrehen. Seine Anwesenheit spüre ich schon von Weitem. Der Geruch von Kaffee durchflutet den Raum. Er geht um das Bett herum. Es folgt das sonntägliche Morgenritual. Wir gehen mit Hase und Igel auf Abenteuerreise. Dabei treffen wir auf den bösen Wolf, kleine Kätzchen oder Stöckchen-Retter-in-der-Not.

Momente – geschaffen für die Ewigkeit.

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