Wunderzunderzauber

Aus den Lautsprechern hallen die üblichen Weihnachtslieder. Überall im Zimmer liegt das Geschenkpapier verteilt. Der Klebestreifen klebt mir mehr an Haut und Haar, als auf dem Papier. Die Bänder schlängeln sich über den Teppichboden. Ich sitze an die Truhe gelehnt und starre auf meine Beine. Die Rentiere auf der Strumpfhose erinnern eher an fette Elche. Je länger ich auf sie hinab sehe, umso mehr bewegen sie sich. Springen freudig durch den Schnee.

Mein Rücken rutscht am Holz der alten Truhe entlang. Ich schließe die Augen. Noch immer tanzen die Elche zum Takt der Musik. Irgendwann verschmelzen sie zu einem Gebilde. Erst langsam formt sich dein Gesicht. Ich erkenne zuerst dein liebevolles Lächeln. Dann deine funkelnden Augen. Fast spüre ich, wie deine Haarsträhnen mein Gesicht berühren. Sanft kitzeln. Es ist wie an dem Tag, als du mich vom Bahnhof abgeholt hast. Noch einmal gehe ich in Gedanken deine Brührungen durch. Führe meine Hand an meine Wangen, streichel sanft darüber. Fahre mit den Fingerspitzen kaum merklich über meine Lippen, hinunter zu meinem Hals. Ungeniert führt sie ihr Weg meine Brüste entlang. Ich kneife zart hinein. Ein süßer Seufzer verlässt meine Lippen. Meine Hand tastet sich weiter vor. Sie tänzelt streichelnd über meinen Bauch und gleitet gierig unter den Rockbund. Ich spüre förmlich, wie meine rosigen Innenschenkel warm pulsieren, während ich mich meinem Scham nähere und sich alles in Wohlgefallen auflöst. Vor meinem inneren Auge spielt sich ein Feuerwerk ab. Von dir entzündet.

Ich hebe die Lider. Der Raum ist in Dunkelheit gehüllt. Nur noch eine Kerze kämpft schwach gegen das Erlischen. Ich rolle mich zusammen. Und gerade als das Lied wechselt, flüstert mein Herz deinen Namen.

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