Traumfänger waren ausverkauft

Ein stummer Schrei. Tränen. Strähnen, welche schweißgetränkt das Gesicht verkleben.

Wieder ein Albtraum.

Seit mehreren Nächten bekomme ich kein Auge mehr zu. Andauernd sehe ich ihr Gesicht. Ihren Lockenkopf. Sie verfolgt mich. Selbst jetzt noch. Sie lässt mich nicht los. Oder bin ich es, die nicht loslassen kann?

Mit der Dunkelheit kommt die Einsamkeit. Mit der Einsamkeit die Gedanken. Es folgen Bilder. Ein Teufelskreis, in welchem ich mich selbst gefangen halte. Doch ich brauche Antworten. Diese Ungewissheit macht mich schwerelos und ich weiß nicht mehr wohin. Egal in welche Richtung es mich zieht – überall pralle ich ab. Stoße auf Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Ich rede mir ein, wieder an Boden zu gewinnen. Das es keiner Definition bedarf. Und so wandle ich auf dem schmalen Grat zwischen Sehnsucht und Vollkommenheit. Gebe mich der Illusion hin, dass alles in Ordnung ist. Dabei habe ich längst über Bord geworfen was ich einst sein wollte. Die Richtige. Ich mache es dir einfach. Verliere kein Wort. Lass’ es einfach geschehen. Man soll freilassen was man liebt. Irgendwann wird es zu einem zurückkehren. Doch was, wenn irgendwann zu spät ist? Ich rede mir ein, dass ich das kann. Das ich dem standhalte. Und genau in dem Augenblick, wenn ich das Gefühl habe den Ritterschlag verdient zu haben, fällt die Rüstung und ihr Lachen sticht wie eine Lanze in mein Herz. Und auf meiner blassen Brust erblüht eine rote Blume. Zart. Zum welken bestimmt.

Und so endet es Nacht für Nacht.

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