Nestwärme

Der Regen prasselt gegen die Scheibe des kleinen Dachfensters. Ich liege darunter und sehe den Tropfen dabei zu, wie sie die Nähe des anderen suchen und sich fest umklammern. Mir bleibt bisweilen nur die Decke, welche mich fest hält und zum Takt der Natur wiegt. Der kleine Raum erscheint plötzlich noch kleiner. Doch nicht bedrohlich. Mehr wohltuend. Fast geborgen. Und trotz der kargen Umgebung wird mir ganz warum ums Herz, denn ich bin Zuhause. Vielleicht werde ich in wenigen Wochen mit einer Latzhose in diesem Zimmer stehen und rote Farbe an die Wand bringen. Und womöglich in ein paar Monaten auf dem schwedischen Récamiere an seiner Seite liegen, während wir unsere Serienfreunde bei ihren alltäglichen Problemen beobachten. Wer weiß, vielleicht wird dieser eine Moment irgendwann Auslöser dafür sein, dass ich nach Jahren wieder hier liege. Direkt unter dem diesem Fenster. Vielleicht wird es wieder regnen. Doch dieses Mal wird es nicht die Decke sein, welche mich hält, sondern die Gewissheit. Denn während das leise Prasseln den Raum erfüllt, liegt sein Kopf auf meinem Bauch. Ich streiche durch sein Haar und halte diesen Augenblick vollkommener Zufriedenheit in meiner Erinnerung fest.

Bis dahin jedoch, werde ich meine Vision weiterhin in die Tat umsetzen und mir ein Heim schaffen, so wie ihm eine Zuflucht.

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