Wendepunkt

“Freut mich, dich kennen zu lernen, Hanna.”

Der Bass schlug ein wie ein Blitz. Mein ganzer Körper bebte und wog sich im Takt der Musik. Ich spürte seinen Atem in meinem Nacken. Die Wärme seines sich nähernden Leibes. Die Musik übertönte seine Worte, doch ich verstand genau. Und während der Sänger an vorderster Front dem Leben seine Ode darbietet, schwappt meine Antwort zu ihm hinüber. Ich widersprach nicht. Im Gegenteil. Ich nutzte diese Gelegenheit. Nahm die Chance wahr. Die Chance ich zu sein.

Das Haar wurde rot.  Wann immer der Wind damit spielte glänzten seine Augen, wie die eines Kindes am Vorweihnachtsabend. Er mochte diese kleine Geste, wenn ich auf meiner Unterlippe kaute oder meine Brille das Nasenbein hochrutschen ließ. Gerne lauschte er meinen Worten. Ließ sich von meinen Träumen tragen. Seine Nähe ließ mich wachsen. Jedoch nicht vergessen. Er hatte keine Chance. Auch nicht bei Hanna.

Also nahm ich Abschied. Das Rot jedoch blieb. Ebenso der feste Schritt; das offene Lächeln.

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