Märchenstunde

Du wolltest dich melden – hast du gesagt. Deine Gedanken niederschreiben, welche sich von Zeile zu Zeile mehren. Doch das Handy bleibt stummt. Das Postfach unberührt. Und der Briefkasten leer.

Alles schwindet. Vor allem mein Vertrauen.

In der Früh, zu Mittag und am Abend, in der Nacht und den Zeiten dazwischen denke ich nicht mehr an dich. Dafür in den kurzen Momenten davor. Den Augenblicken danach. Und manches Mal mittendrin. Doch gerade jetzt, wo der Winter Einzug hält, sehe ich dich. Dein Lachen ist im Wind. Jedoch hat es an Wärme verloren. Kalt schlägt es mir ins Gesicht und bedeutet mir einmal mehr dass ich verloren habe. Jedes abgefallene Blatt gleicht einem deiner Gedanken. Einzigartig, aber nicht gewillt geteilt zu werden. Und so wehen sie davon, getragen von deinem Lachen. Auch die ersten Schneeflocken fallen und küssen die nackte Haut, wie du einst. Gierig. Ohne Zärtlichkeit. Und lassen fast gleichgültig wieder von mir ab, um zu verschwinden.

Wie die vielgefürchtete Schneekönigin hast du in meinem Leben Einzug gehalten. Mir alles genommen. Mich allem beraubt. Der Eiskristall steckt tief in meinem Herzen, welches nur noch schlägt bei dem Gedanken an dich.

Du wirst den Schneesturm nicht anhalten. Und auch die Gletscher nicht abtragen. So oder so. Ich kann nur warten. Warten darauf, dass jemand die Reise zu mir aufnimmt. Den Sturm durchquert. Die anhaltende Kälte überwindet und die Eisblumen wegwischt, um meine Sicht auf ihn zu lenken.

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