Grauzone

Wann immer ich jemanden an mich heran ließ, forderte ich mein Gegenüber zum Tanz auf. Einen Schritt vor. Zwei zurück. Bis ich letzten Endes doch wieder alleine auf der Tanzfläche namens Leben stand.

Aber nicht heute. Nicht in dieser Nacht.

Einfach treiben lassen. Ähnlich den Rauchschwaden, welche in der Luft hängen und mich verführen. Ich schmecke ihn förmlich auf meinen Lippen. Und die Musik. Jeder Ton trifft den richtigen Nerv. Ich verlasse das Gedankenkarussell und blicke nicht zurück. Zum ersten Mal sehe ich nach vorne. Mein Blick ist klar. Mein Kopf leer. Mein Herz springt. Ich steige auf den Berg der letzten Monate und lasse mir den frischen Wind um die Nase wehen, welcher Neues verspricht und mich wieder atmen lässt.

Vielleicht lag es an der Leichtigkeit, welche in diesen vier Wänden herrschte. Raumfüllendes Lachen. Angenehmes Schweigen. Greifbare Nähe. Jede kleine Berührung erzeugte ein Wohlgefühl und um nicht weiter darauf warten zu müssen, lehnte ich mich gegen den Zufall auf und somit an ihn. Er war warm. Und ich neugierig. Neugierig auf ihn. Seine Hände. Seine Lippen. So fand ich mich im Schutz des Dunkel wieder. Lag auf einer Matratze, an welche sich schon mancher Frauenkröper schmiegte, und es fühlte sich richtig an. Ganz gleich welchen Motiven seine zärtlichen, aber bestimmten Berührungen unterlagen, so geboten sie mir, ich zu sein. Ein Geschenk und ich habe es angenommen. Ohne Widerworte.

Wo es hinführt? Dort hin, wo es hinführen soll.

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