Phantomschmerz

Die Castingcouch muss neu besetzt werden.

Manchmal schafft man es eben nicht über die Pilotfolge hinaus.

Es läuft auf ein Remake hinaus.

Neue Gesichter. Bekannte Geschichte.

Ich klicke mich durch die Profile in einem der bekannten sozialen Netzwerke. Der Mauszeiger fliegt über die Fotos und Beiträge. Ich erhalte unfrewillig Einblicke in mir fremde Leben. Du als Kommentator fällst mir ins Auge. Die ‘Gefällt mir!’-Funktion ist zu deinem beliebtesten Kommunikationsmittel aufgestiegen. Dein Name ist unter all den hübschen Gesichtern zu lesen. Ich nehme die Finger von den Tasten und starre auf den Bildschirm. Ein Fenster ploppt auf. Eine Nachricht. Aber nicht von dir.

Die Wortwechsel sind seltener geworden. Die Tiefe hat sich in seichte Unterhaltung verwandelt. Ich möchte dir schreiben. Dir sagen, dass ich mich auf ein Wiedersehen freuen würde. Doch die Klappe ist längst gefallen und ich warte nur noch den Abspann ab, bis das Licht wieder angeht und ich erkennen muss, dass der Platz neben mir weiterhin leer ist.

Ich tausche mein Profilbild. Lasse das Rot dem Schwarz/Weiß weichen. Und noch während die Musik spielt, fahre ich den Computer herunter und gehe mit der Hoffnung ins Bett irgendwann ein Wort von dir zu lesen. “Meins.”

Bis dahin verbleibe ich als laienhafte Statistin.

Advertisements