Ein Nordlicht

Die melancholische Musik erfüllt den Raum. Das Licht der Lampe wirft den Sternenhimmel an die Wand. Und ich mitten drin. Das unbekannte Wesen. Gefangen in einer mir fremden Welt.

Ich werde eins mit diesem Leben. Einem Leben, welches sich Lüge nennt. Ich hatte die Hoffnung, dass es sich eines Tages entpuppt, um mich mit seinen schillernden Farben von sich zu überzeugen und vollends einzunehmen. Doch ich finde mich immer im Grau der Zeit wieder. Zwischen den Zeilen. Und unter dem Meer. Ein Stein unter vielen.

Der flüsternde Gesang dringt an mein Ohr und trägt mich hinfort. Fort in eine bessere Welt. Eine Welt in der Worte mich halten. Wo man mit dem Herzen sieht. Dort will ich auf dich warten. In der Hoffnung, dass du meine Hinweise findest. Du gewillt bist zu tauchen. Und das Besondere unter der staubbedeckten Hülle erkennst. Denn genau dann werde ich hier auf dich warten. In diesem kleinen Zimmer. Es wird unsere Zuflucht sein. Hier können wir durch Champagnerflüsse waten und über Popcornwolken gehen. Hier geben wir den Sternen Namen. Und wann immer die Realität mit ihren scharfen Zähnen nach uns schnappt, halte ich deine Hand. Lege sie behutsam in meine. Streiche über deine Fingerspitzen, während meine Lippen sanft deine Innenflächen bedecken.

Die Lichter gehen aus. Die Sterne erlischen. Das Monster Einsamkeit kriecht unter dem Bett hervor. Doch ehe es mich packt, leuchtet ein kleines Licht in der Dunkelheit. Ich taufe es Hoffnung.

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