Tag X

Ich lasse so vieles, nur an los scheitere ich immer wieder.

Dein Pullover hängt locker an mir herab. Mittlerweile bin ich ihm entwachsen. Ähnlich wie meinen Gefühlen zu dir. Und so streife ich ihn ab. Werfe die Altlasten von mir.

Unter dem geöffneten Dachfenster verweile ich. Und als der Regen einsetzt trifft mich jeder einzelne Tropfen wie die Worte der letzten Wochen und Monate. Sie hüllen mich ein. Verweilen. Für den Augenblick eines Wimpernschlags. Meine nackte Haut straft jeden einzelnen Lüge unter dem Licht des Vollmonds, welches den Raum silber tränkt. Die ungehörte Melodie wiegt meine Hüften sanft hin und her. Mein Herz tanzt zu seinem gänzlich eigenen Takt. Eine herbstliche Brise kehrt ein. Sie trägt seine Stimme an mein Ohr. Sie ist mir so vertraut. Und während ich seinen Worten lausche, mich von seinem Lachen tragen lasse, spüre ich die Berührungen eines anderen. Von ihm. So viele Namen. So viele Gesichter. Und so lasse ich mich fallen, in das Meer voller Hände, welche nach mir greifen. Mich erforschen, wie unentdecktes Land. Bis sie haben was sie wollen und neue Ufer locken. Ich bleibe zurück. Nackt. Und voller Sehnsucht.

Das nächste Mal wird alles anders. Besonders ich.

Ich möchte nicht sagen, dass ich liebe. Ich will sagen, dass ich vertraue.

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