Athanasie

Wann immer dein Name farbig unterlegt ist, spüre ich deine Anwesenheit. Dann frage ich mich, wo deine Gedanken gerade sind. Sind sie bei mir?

Du bist so weit weg.

Doch das warst du schon immer. Wann immer ich zu dir wollte, musste ich erst eine endlos erscheinende Brücke überqueren. Und am Ende warteten schon die nächsten Hindernisse auf mich. Mannshohe Mauern. Stark. Erbittert. Kalt. Mauern, die dein Herz vor Angriffen schützen sollten. Zur Sicherheit noch ein tiefer Graben und eine Hecke mit spitzen Dornen. Alles aus der Angst heraus, dass dir jemand zu nahe kommen könnte. Und so hast du dich versteckt. Dort, wo dich niemand in dir findet. Ganz weit weg. Hier fühltest du dich wohl. So lebtest du fortan. Fern der Gefühle. Ängste und Sorgen. Dann kam ich. Du hast nicht mit mir gerechnet. Ich bin gelaufen, geschwommen und geklettert. Jeden Schmerz habe ich abgeschüttelt. Ihn erduldet. Die Wunden ignoriert. Meine Willenskraft gab mir die Stärke all das zu überstehen. Mein langer Atem die nötige Geduld. Meine Liebe lies mich glauben, ich sei ein Teil deiner Welt und darüber vergaß ich die Wunden. Sie hatten sich längst entzündet. Heute sind statt ihrer nur noch Narben zu sehen.

Und klar vermisse ich dein Lächeln, aber noch mehr vermisse ich meines.

Für manche Gefühle gibt es keine Worte.

Advertisements