Rauchzeichen

Der Raum ist mit dicken Rauchschwaden verhangen. Der Qualm legt sich auf jeden einzelnen von uns. Die Blicke werden verklärt. Geformte Kreise verlassen meinen Mund und weben ein Muster in die dicke Luft. Eine fremde Hand streicht mir die Haare aus dem Gesicht. Worte dringen an mein Ohr. Provokant. Herausfordernd. Ich lache zur Antwort. Mehr will mir darauf nicht einfallen. Immer wieder spüre ich den vom Alkohol geschärften Atem an meinem Ohr. Erneut lachen.

Mein Lachen wird zu einem leichten Schmunzeln. Die Musik wird leiser. Nur eines bleibt. Die Rauchschwaden. Sie verdichten sich. Wie ein schützender Mantel hüllen sie mich ein. Es hagelt Komplimente. Ich erwidere ein sanftes Lächeln. Punkte mit Charme und Witz. In meiner Nähe fühlt man sich wohl. Meine Worte treffen punktgenau. Und ehe ich der Vernunft nachgeben kann, finde ich mich an warmen Körpern wieder. Es ist nie von Dauer. Jedoch ein fairer Tausch.

Ich brauche keine Masche. Weder in der Strumpfhose, noch bei den Männern. Ich beherrsche einen ganz eigenen Zauber. Die Männer wiegen sich darin. Und während ich das Herz auf der Zunge trage, rutscht ihres in die Hose. Ein Stoß. Ein Stöhnen.

Und dann gibt es diesen einen. Der davon träumt einst den Himmel zu berühren. Dabei ist er es selbst. Er sieht mich nicht. Also lasse ich alle Vernunft hinter mir und verharre festgefahren als Zwischenstation, bis zu dem Tag an dem ich mal wieder aus der Tür einer mir fremden Wohnung stolpere, das Kleid auf halb Acht trage, mir die Haare zerzaust den Blick rauben und ich dich treffe. Denn gerade dann, wenn nichts passiert. Dann kommt es: Du.

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