Nachsorge

Das Zittern lässt langsam nach. Ein gewohntes Gefühl setzt ein. Diese innere, wohlige Wärme. Ich fühle mich wie auf Wolken. Sanft gebettet. Ohne Angst zu fallen. Das Blut rinnt heiß hinab und zeichnet Bilder auf die porzellanfarbene Haut. Sie zeigen mir meine Träume. Mein Sehnen.

Und wieder höre ich das ironische Lachen des Schicksals, welches mir einmal mehr auf grausame Art und Weise zeigt, dass man nicht das bekommt, wonach das Herz verlangt. Man übt sich in Zufriedenheit. So schließe ich die Augen und sehe dein Gesicht vor mir. Du schaffst mit deinem Lächeln einen magischen Moment im hiesigen Meer namens Leben, welches ich Sinnlosigkeit schimpfe. Als ich versuche aufzustehen ringt mich dein Fehlen nieder. Meine alte Freundin Einsamkeit reicht mir ihre Hand. Ihre Kälte durchfährt meinen Körper. Lässt mich frösteln. Jede Faser will aufbegehren. Jeder Knochen sich erheben. Doch ich bleibe liegen. In einer roten Lache aus Schmach und Hohn. Hier verharre ich mit dem Wissen, dass du so unerreichbar bleibst, trotz deiner Nähe.

Unter meinem Augenlid spielen sich ganze Filme ab. Ich drücke die Repeat-Taste. Immer und immer wieder. Wann immer ich uns lachen höre halte ich. Mit der Frage wie etwas so Schönes, wie dieses Gefühl, eine so hässliche Fratze haben kann verschmilzt schließlich alles zu einem schweren Klumpen der mir den Atem nimmt.

Meine beste Eigenschaft kommt zum tragen. Vergessen werden.

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