Theopraktisch

Der Mensch braucht 42 Berührungen am Tag. Ich habe mal nachgerechnet. Ich bin im Rückstand. Ganze 25 074.

Die Berührung hat viele Gesichter. Sie zeigt sich, wenn zwei Körper aufeinandertreffen. Zumindest will uns das die Physik weismachen. Aber wird sie nicht erst dann deutlich spürbar, wenn dich jemand mit der Unberechenbarkeit der Worte im Geiste trifft? Dieser unglaubliche Höhepunkt im Kopf, wenn jede Silbe den richtigen Nerv trifft.

Ich weiß solche Feuer zu zünden. Und werde dem Titel des Flammenbewahrers gerecht. Nur vermag es niemand die Funken zu sehen, welche so hell und leuchtend alles entfachen. Die kleinen Gesten. Das fröhliche Zucken meiner Mundwinkel, wenn ich mit dir die Nächte in irgendwelchen fremden Welten zubringe, mit deinem Lachen an meinem Ohr, obwohl ich längst im Bett sein sollte. Das stille Lächeln, wenn unsere Blicke sich treffen und ganze Orte entstehen. Die Worte, welche meine Lippen verlassen, um heimlich die deinen sanft zu küssen. Die textreichen Lieder die ich dir zukommen lasse, welche alle von dir singen und mit denen ich mich leise in deinen Kopf schleiche. Das Knibbeln meiner Finger an meinem Jackenärmel, da ich wieder mal nicht weiß mit deiner Aufmerksamkeit umzugehen. Das Schweigen, welches einsetzt, weil ich nicht weiß wie weiter.

Vielleicht bist du meine Traurigkeit. Vielleicht aber auch mein Lachen.

Mein Herzschlag.

Denn egal was ich schreibe, so haben all meine Worte eines gemeinsam. Sie erzählen alle von dir.

Advertisements