Schall und Rauch

“Du bist doof. Was wohnst du auch soweit weg.”
“Soweit ist das gar nicht.”
“Es ist weit!”

Wenn ich dich frage wie es dir geht, will ich dich eigentlich wissen lassen, dass du fehlst.

Es ist Nacht. Es regnet. Der Sitz der Schaukel ist klatschnass und ich merke wie der Stoff des Rocks an meinen Oberschenkeln klebt. In meinem Schoß der Gedichtband von Max Dauthendey. All seine Worte über Liebe weichen auf. Verschwimmen zu einem großen Ganzen. Ich reiße eine Seite heraus, bette den Tabak darauf und nach einigen Fehlzündungen entlasse ich Rauchzeichen in die Luft. Buchstaben verlassen meine Lippen. Sie formen deinen Namen und fliegen hoch zu den Sternen. Vielleicht kannst du sie sehen. Meine Botschaft an dich. Vielleicht liest du die Wahrheit darin und erkennst, dass man manchen Worten die Tiefe des Herzens ansieht, aus der sie kommen.

Ich hebe das Bier an meinen Mund. Alkohol wird zu meiner zweiten Sprache. Und mir wird klar, dass ich nichts lieber vermischt mit diesem herben Geschmack probiere, als deine Zunge.

Und in der Stille der Dunkelheit, reicht mir die Einsamkeit ihre Hand und nimmt mich mit zurück in die gewohnte Kälte.

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