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‘Aber das ändert nichts daran, dass niemand mich so gut kennt wie du.‘

Es ist für Zwei gedeckt. Dein Lieblingsessen. Für meinen Geschmack etwas zu salzig, aber du wirst es mögen. Ich stochere darin herum. Schiebe jeden Bissen von der einen Seite zur anderen. Mein Glas ist halb leer. Wenn es nach dir ginge halb voll. Ich schenke nach. Kein Wort in der letzten Stunde. Dein Platz unberührt. Meine Finger fliegen über die Tasten. Ich wähle deinen Namen aus. Senden. Die Antwort bleibst du mir bis heute schuldig. Und dein Essen ist schon lange kalt.

Die Tage werden kürzer. Und die Nächte länger. Ich sitze in dem alten Schaukelstuhl, welcher schon lange nicht mehr unter meinem Gewicht zu zerbersten droht. Er gibt nur noch ein leises Knarzen von sich. Ein Stück Heimatmelodie. Um meinen Leib die blaue Wolldecke. Noch heute spüre ich das Salz des Meeres auf meinen Lippen, wenn ich mich in diesen erinnerungsschwangeren Stoff hülle. Uns waren die Pepperoni zu scharf. Und die Zeit dort viel zu kurz. Wir lagen auf dem Rücken, mit dem Kopf in den Wolken. Wenn ich heute hinauf blicke, werde ich dich dann sehen?

Du kommst nicht zurück. Nie wieder.

Wenn schon fallen, dann in ein schwarzes Loch.

Vielleicht sehen wir uns am anderen Ende wieder. Dort wo die Balken zusammenfinden. Diese Welt war nie bereit für uns. Lange Tage und angenehme Nächte. Bis wir uns wiedersehen.

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