Salzwasserherz

‚Family Guy‘-Zitate und Dosenbier. Aus mir wird nie eine von diesen Frauen.

Ich habe kein Problem damit vom Regen nass zu werden und sind mir die Pullover zu groß, fühle ich mich erst richtig wohl. Ich habe gefärbte Haare und viel zu oft verliere ich mich in mir selbst. So auch jetzt.

Ich bin die, die große Sprüche klopft. Und Ratschläge verteilt. Eine von denen, die sagt, dass man die Vergangenheit hinter sich lassen muss, während ich nach wie vor in ihr lebe. Eingenistet habe ich mich. Sie ist ein warmes Zuhause. Hier stehen alle Möbel immer am selben Platz. Als wäre ich nie weg gewesen. Das alte Lied vom Scheitern. Heroisch stehe ich hinter dem Rednerpult, mache Versprechen und belüge mich letztlich selbst. Mein Leben erscheint mir wie ein einziger Widerspruch. Mich wundert es, dass ich mich noch nicht selbst verwirrt habe.

Da sind sie also wieder, meine drei Probleme. Stillstand. Blindheit. Verleumdung. Wir sitzen zu viert an einem Tisch und mischen die Karten neu. Ich schmecke die verlorene Zeit regelrecht. Sie ist bitter. Und brennt regelrecht. Wie Alkohol. Verfehlt jedoch die Wirkung. Kein Wohlgefühl. Nur die nackte Angst, ihr nicht mehr folgen zu können. Panisch wie das weiße Kaninchen jage ich ihr also hinterher. Das Ergebnis: Funktionierenversagen. Ich stecke in meiner ganz eigenen Zeitschleife.

Und zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass mir die Pullover doch zu groß sind. Denn ich versinke darin und verliere den Blick für das Wesentliche. Mich. Ihn. Uns.

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