Schmerzmittelmoment

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Das Internet. Ein Ort der Illusion. Man weiß nie, was ist gerade wirklich. Und die F5-Taste wird zum besten Freund. Im Sekundentakt aktualisiert man das Geschehen und verfolgt, wie gleichgültig man dem anderen doch ist. Und Tag für Tag flüchten wir uns in diese Einsamkeit. Denn nichts anderes erwartet uns.

Dieses kleine Aufleuchten. Es verhöhnt mich. Und ich lasse es zu.

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Und wieder habe ich eine kostenlose Mitnahme im Gedankenkarussell gewonnen. Es nimmt fahrt auf. Rast förmlich. Die Gedanken überschlagen sich und werfen mich raus. Ich lande auf dem Boden der Tatsachen. Alles muss raus. Meine Angst bahnt sich ihren Weg und ergießt sich vor mir. Ich frage mich noch, welcher Tölpel mir da auf die Schuhe gekotzt hat. Dabei war ich der Idiot. Diese Rolle steht mir gut zu Gesicht. Und das Kotzgrün auch. Vielleicht fühle ich mich deshalb so zu ihm hingezogen, wenn es am rechten Bildschirmrand erscheint und will zu ihm. Wie die Motte zu dem Licht.

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