Kaltes Kämpferherz

In all den Nächten, wenn du langsam in den Schlaf gleitest und ich deinem Herzschlag nicht mehr folgen kann, weil meine Gedanken mal wieder zu laut sind, dann regt sich etwas in mir. Ein Widerstand. Nicht leise. Nicht bedächtig. Eher wie in den Filmen. Wenn sich die Republik einmal mehr gegen das Imperium erhebt. Deutlich hörbar. Und nicht alleine. Die Angst.

Sicher ist: die Angst ist ein fähiger Wächter. Einer, der jeden Gedanken zum Gefängnis macht.

In all den Nächten, in denen ich in deinen Armen liege, schaffe ich es, diese Angst von mir zu schieben. Wehre mich, indem ich mich direkt an dich schmiege. Mein Gesicht in deiner Schulter vergrabe und mich beschützt fühle. Zuhause. Bei dir bin ich sicher. Selbst vor meinem alter Ego Frau Kopf. Doch an Abenden der Einsamkeit, wenn deine Bettseite leer bleibt, spüre ich diese Furcht deutlich. Und wann immer sie mir greifbar scheint, rinnt sie mir schon wieder durch die Finger. Dann habe ich Angst etwas zu versäumen. Angst, dir nicht gerecht zu werden. Angst vor dem Fall.

Und während ich mich vor Schmerz und Zurückweisung winde, wird mir bewusst, dass Mut alles ist, um zu entkommen. Mit deinen Fingerspitzen, die stumme Versprechen auf meine Haut zeichnen, mit deinen Küssen, die mich zu dir zurückholen und jedem deiner Atemzüge bringst du mich dem richtigen Schlüssel näher.

Ich entrücke der Gedankenzelle. Zaghaft noch. Dann immer wieder ein Stück mehr.

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