Bildrauschen

„I love You.“ „I know.“

Ich liege in meinem Bett, welches sich seltsam groß anfühlt, seitdem du mir gezeigt hast, dass du dort Platz hast. Uns trennen 933 Kilometer. Und ein ganzes halbes Leben.

Doch selbst wenn du neben mir sitzt, kann ich dich nicht greifen. Wenn sich unsere Blicke treffen, versuche ich darin zu lesen. Versuche mich zu sehen. Zu verstehen. Du jedoch verrätst nichts. Bleibst mir ein Rätsel. Und wieder kommt der Moment, der mich einmal mehr aus der Bahn wirft. Denn genau dann, kann ich dich nicht einschätzen. So nah und doch so fern. Fast fremd. Weit weg und ganz nah wäre mir in diesen Tagen lieber. Du fehlst mir. Der Sommer mit dir. Alles war ein kleines bisschen Hollywood. Wir gehen Händchenhaltend durch die Straßen. Ab und an bleiben wir stehen, stehlen uns davon. Ziehen uns an. Aus. Halten einander. Tauschen Küsse aus. Die ganz große Romanze. Wir haben nur noch Augen füreinander und selbst der Sonnenuntergang, der dieser Tage genauso rosa ist wie wir, zieht unbemerkt an uns vorrüber. Wir sehen uns an und doch in dieselbe Richtung. Ich fühle. Mich. Dich. Uns.

Der Sommer ist vorbei. Doch die Wärme ist geblieben. In meinem Herzen. Ich zehre davon, wenn der Winter Einzug hält. Und ich stelle fest: er dauert schon viel zu lange an.

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