Katzenjammer

Starr blicke ich an die Decke. In der Hoffnung, die Faserung der Tapete würde mir eine Karte zeichnen. Mit dem richtigen Weg zu dir. Denn ich irre durch den Wald der Sehnsucht. Immer wieder stolpere ich über Erinnerungen und stoße mich am Vermissen.

Von außen betrachtet bin ich wieder das normale Mädchen. Der junge Rotschopf mit dem wirren Wesen. Flausen im Kopf. Doch mit beiden Beinen fest im Leben. Mal hier. Mal da. Doch nie wirklich Zuhause. Lache. Raunze. Lebe. Die Verzweifung sucht mich nur noch selten Heim.

Unter der Oberfläche jedoch sammle ich meine Gefühle für dich und schreibe sie nieder. Wie in einem Wörterbuch schlage ich immer wieder nach. Suche ihre Bedeutung für mich. Übersetze. Verstehe. Setze sie zu einer Geschichte zusemmen. Dann, in unruhigen Nächten lese ich dich mir vor. Eine Geschichte die ich immer und immer wieder lesen will. Kenne ich sie auch in- und auswendig. Jedes Kapitel bringt mich dir etwas näher.

Die andere Hälfte vom Bett ist immer noch deine.

 

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