Triggerland

„Du hast aber viele Ketten. 1, 2, 3, … Sechs Stück. Doch die mit dem Kristall ist am schönsten.“

Die Stimme des kleinen Jungen rückt in den Hintergrund. Es ist nur mehr ein leises Rauschen. Das Zählen. Es löst etwas in mir aus. Eine Erinnerung.

Es war Sommer. Der heißeste den ich je erlebt habe. Unser Blick lag über den Dächern der Stadt. Wir fragten nicht. Wir waren. Wir. Ich wusste nicht wo es hinführt. Doch ich wusste, es würde hinführen, wo es hinführen soll. Und dies genügte mir. Denn ich war glücklich. Trotz der klebrigen Last des schweißgetränkten Leiberls, welches an mir klebte wie eine zweite Haut, fühlte ich mich unbeschwert. Hätte mich jemand vom Dach gestoßen, so wäre ich geflogen. Nicht gefallen. So leicht war mir ums Herz.

Doch du bist fort. Und ich bin gefallen. Tief. Und immer tiefer. Die Dächer habe ich nie wieder gesehen. Dich auch nicht. Verlernt zu fliegen habe ich jedoch nicht. Es ist nicht mehr so leicht wie früher, doch halte ich nun auch den schwersten Stürmen stand.

„Sie ist auch von einem schönen Menschen.“

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