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Katzenjammer

Starr blicke ich an die Decke. In der Hoffnung, die Faserung der Tapete würde mir eine Karte zeichnen. Mit dem richtigen Weg zu dir. Denn ich irre durch den Wald der Sehnsucht. Immer wieder stolpere ich über Erinnerungen und stoße mich am Vermissen.

Von außen betrachtet bin ich wieder das normale Mädchen. Der junge Rotschopf mit dem wirren Wesen. Flausen im Kopf. Doch mit beiden Beinen fest im Leben. Mal hier. Mal da. Doch nie wirklich Zuhause. Lache. Raunze. Lebe. Die Verzweifung sucht mich nur noch selten Heim.

Unter der Oberfläche jedoch sammle ich meine Gefühle für dich und schreibe sie nieder. Wie in einem Wörterbuch schlage ich immer wieder nach. Suche ihre Bedeutung für mich. Übersetze. Verstehe. Setze sie zu einer Geschichte zusemmen. Dann, in unruhigen Nächten lese ich dich mir vor. Eine Geschichte die ich immer und immer wieder lesen will. Kenne ich sie auch in- und auswendig. Jedes Kapitel bringt mich dir etwas näher.

Die andere Hälfte vom Bett ist immer noch deine.

 

Unsent #003

Ich warte nicht mehr. Ich kämpfe.

Unsent #002

In meinen Träumen liebst du mich immer noch.

(K)einmal

Das war es also.

Endgültig.

Aus. Und vorbei.

Denn da liegt er in meiner Hand. Grau, wie die Tage die an mir vorbeiziehen. Regunglos wie ein toter Fisch. Dein Schlüssel zu meiner Wohnung. Meiner kleinen Welt, die immer noch irgendwie die unsere ist.

Nicht selten steigt Hoffnung in mir auf, wenn Schritte vom Hausflur her an mein Ohr dringen. Dann setze ich mich auf. Horche. Warte. Die Hoffnung stirbt. Jedes Mal ein bisschen mehr. Doch woran soll ich mich halten, wenn nicht an die Hoffnung? Sie war mir stets eine treue Freundin. Zwischen all den Zweifeln, hat sie sich aufgerappelt. Mir in der Dunkelheit meiner Gedanken einen Ausweg gezeigt. Immer und immer wieder hat sie mir ihre Hand gereicht, doch ich schlug sie fort. Ging zurück in die dunkelsten Ecken und kuschelte mich eng an meine Angst. Mal für Mal. Bis ich eins mit ihr wurde.

Mein Selbst verblasste.

Ich wollte mit dir im Regen tanzen, doch stattdessen habe ich dich im Regen stehen lassen.

Frohlein

„Und immer wenn es regnet, muss ich an dich denken…“

Manchmal fasziniert es mich, was da noch alles kommt und dann scheint mir aufgeben plötzlich gar keine so schlechte Idee mehr zu sein.

Tschick. Gin-Tonic. Eher Gin. Frei nach dem Motto: nach mir die Ginflut. Im Hintergrund das leise Prasseln des Regens. Ich hatte gehofft, er würde mir von dir erzählen. Doch er spielt immer dasselbe Lied. Ich kenne es nur zu gut. So wie ich dich kenne. Ihr habt einige Gemeinsamkeiten. Der Regen und du. Ungerne haltet ihr an irgendwelchen Konventionen fest. Lieber tut ihr wonach euch der Sinn steht. Die Zeit spielt dabei keine Rolle. Eure Berührungen gehen unter die Haut. Für euch haben abgesteckte Wege keinen Wert. Verspielt folgt ihr eurer Neugier und erkundet jede sich bietende Möglichkeit. Ihr zwei schafft es, dass ich schlafen kann. Ihr gebt mir Geborgenheit.

Du bist fort. Und mit dir der Schlaf. Nur der Regen ist mir geblieben.

Das Tschickpackerl ist leer. Der Gin auch. Ich lösche das Licht. Doch nicht meine Erinnerungen. Sie werden auch in dieser Nacht meine Decke sein und mich sanft wiegen. Denn der Beton in meinem Bauch ist wieder da.

Ich würde dich gerne morgen sehen. Ach, wär‘ das schön.

Unsent #001

Du fehlst mir.