Unsent #002

In meinen Träumen liebst du mich immer noch.

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(K)einmal

Das war es also.

Endgültig.

Aus. Und vorbei.

Denn da liegt er in meiner Hand. Grau, wie die Tage die an mir vorbeiziehen. Regunglos wie ein toter Fisch. Dein Schlüssel zu meiner Wohnung. Meiner kleinen Welt, die immer noch irgendwie die unsere ist.

Nicht selten steigt Hoffnung in mir auf, wenn Schritte vom Hausflur her an mein Ohr dringen. Dann setze ich mich auf. Horche. Warte. Die Hoffnung stirbt. Jedes Mal ein bisschen mehr. Doch woran soll ich mich halten, wenn nicht an die Hoffnung? Sie war mir stets eine treue Freundin. Zwischen all den Zweifeln, hat sie sich aufgerappelt. Mir in der Dunkelheit meiner Gedanken einen Ausweg gezeigt. Immer und immer wieder hat sie mir ihre Hand gereicht, doch ich schlug sie fort. Ging zurück in die dunkelsten Ecken und kuschelte mich eng an meine Angst. Mal für Mal. Bis ich eins mit ihr wurde.

Mein Selbst verblasste.

Ich wollte mit dir im Regen tanzen, doch stattdessen habe ich dich im Regen stehen lassen.

Frohlein

„Und immer wenn es regnet, muss ich an dich denken…“

Manchmal fasziniert es mich, was da noch alles kommt und dann scheint mir aufgeben plötzlich gar keine so schlechte Idee mehr zu sein.

Tschick. Gin-Tonic. Eher Gin. Frei nach dem Motto: nach mir die Ginflut. Im Hintergrund das leise Prasseln des Regens. Ich hatte gehofft, er würde mir von dir erzählen. Doch er spielt immer dasselbe Lied. Ich kenne es nur zu gut. So wie ich dich kenne. Ihr habt einige Gemeinsamkeiten. Der Regen und du. Ungerne haltet ihr an irgendwelchen Konventionen fest. Lieber tut ihr wonach euch der Sinn steht. Die Zeit spielt dabei keine Rolle. Eure Berührungen gehen unter die Haut. Für euch haben abgesteckte Wege keinen Wert. Verspielt folgt ihr eurer Neugier und erkundet jede sich bietende Möglichkeit. Ihr zwei schafft es, dass ich schlafen kann. Ihr gebt mir Geborgenheit.

Du bist fort. Und mit dir der Schlaf. Nur der Regen ist mir geblieben.

Das Tschickpackerl ist leer. Der Gin auch. Ich lösche das Licht. Doch nicht meine Erinnerungen. Sie werden auch in dieser Nacht meine Decke sein und mich sanft wiegen. Denn der Beton in meinem Bauch ist wieder da.

Ich würde dich gerne morgen sehen. Ach, wär‘ das schön.

Unsent #001

Du fehlst mir.

Erfolg ‚Wie tief kann man fallen?‘ für 10 Punkte errungen

Die Rechnungen stapeln sich. Ebenso das Leergut.

Die drei lebenswichtigen W. Für 90% meiner Generation das World Wide Web. Für mich: Whisky. Wodka. Und Wein. Quasi mein Drei-Gänge-Menü. Guten Appetit!

Andere starten mit dem melodischen Brodeln der Kaffeemaschine in den Tag. Ich halte es da eher wie Brösels Werner und begrüße den Morgen mit einem vergnügten Plopp. Und ist der Jagertee erstmal warm, wird auch mir warm ums Herz. Jedenfalls für den Moment. Eine Medizin die nicht hilft, doch betäubt. Rezeptfrei.

Lässt die Wirkung erst einmal nach, drohe ich durch die stürmischen Wellen meines Tränenmeeres unterzugehen. Dann reichen mir meine Freunde Jim Beam und Gorbatschow die Hand. Sie halten mich oben. Statt Wasser, wollen sie meine Lungen füllen. Mit Erfolg. Mir stockt der Atem. Jedes Mal ein bisschen mehr.

Ich habe meinen Anker verloren.

Romantiksau

Eins wusste ich schon als kleines Mädchen. Irgendwann wird es auch mir begegnen. Dieses Gefühl, welches ich aus Romanen und Filmen kenne. Dieses Gefühl namens Liebe.

Ich sehe dich in jedem Detail.

Ich will an Wände gesprüht, in Bäume geritzt, auf Bänke gekritzelt und in deinen Gedanken verewigt werden. Ich will Notizbücher zieren und in deinem Herzen wohnen. Ich will keine Option sein.

Doch auch dieses Mal finde ich nicht, worauf ich gehofft habe. Vielleicht, weil ich am Anfang schon ohne Hoffnung war.

Es wartet keine gute Fee mehr darauf einem Mädchen wie mir eine silberne Kutsche unter den Arsch zu zaubern, um mich zu meinem Glück zu tragen. Man muss es selbst in die Hand nehmen. Doch was, wenn der Zeiger schon kurz vor zwölf steht und der Zauber langsam an Wirkung verliert. Für mich gab es nie das erste Date oder ein Abschiedkuss vor der Haustür. Keinen Pullover, der mir zu groß ist, um vollkommen in dem Geruch der Erinnerung unter zu gehen. Keine schlaftrunkenen Anrufe mitten in der Nacht, um meine Stimme zu hören. Der Blick der die Welt bedeutet bleibt aus. Niemand hat mich als sein Mädchen vorgestellt. Und so bleibe ich zurück mit den falschen Vorstellungen von Liebe. Es gibt einen Grund warum es Märchenprinz heißt. Er ist nur ein Mythos. Nicht wirklich. So wie Wölfe die Kreide fressen. Oder Zicklein in Standuhren.

Fakt ist: aus Mädchen wie mir, Mädchen mit Träumen, werden Mädchen mit Wodka.