Frohlein

„Und immer wenn es regnet, muss ich an dich denken…“

Manchmal fasziniert es mich, was da noch alles kommt und dann scheint mir aufgeben plötzlich gar keine so schlechte Idee mehr zu sein.

Tschick. Gin-Tonic. Eher Gin. Frei nach dem Motto: nach mir die Ginflut. Im Hintergrund das leise Prasseln des Regens. Ich hatte gehofft, er würde mir von dir erzählen. Doch er spielt immer dasselbe Lied. Ich kenne es nur zu gut. So wie ich dich kenne. Ihr habt einige Gemeinsamkeiten. Der Regen und du. Ungerne haltet ihr an irgendwelchen Konventionen fest. Lieber tut ihr wonach euch der Sinn steht. Die Zeit spielt dabei keine Rolle. Eure Berührungen gehen unter die Haut. Für euch haben abgesteckte Wege keinen Wert. Verspielt folgt ihr eurer Neugier und erkundet jede sich bietende Möglichkeit. Ihr zwei schafft es, dass ich schlafen kann. Ihr gebt mir Geborgenheit.

Du bist fort. Und mit dir der Schlaf. Nur der Regen ist mir geblieben.

Das Tschickpackerl ist leer. Der Gin auch. Ich lösche das Licht. Doch nicht meine Erinnerungen. Sie werden auch in dieser Nacht meine Decke sein und mich sanft wiegen. Denn der Beton in meinem Bauch ist wieder da.

Ich würde dich gerne morgen sehen. Ach, wär‘ das schön.

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Unsent #001

Du fehlst mir.

Erfolg ‚Wie tief kann man fallen?‘ für 10 Punkte errungen

Die Rechnungen stapeln sich. Ebenso das Leergut.

Die drei lebenswichtigen W. Für 90% meiner Generation das World Wide Web. Für mich: Whisky. Wodka. Und Wein. Quasi mein Drei-Gänge-Menü. Guten Appetit!

Andere starten mit dem melodischen Brodeln der Kaffeemaschine in den Tag. Ich halte es da eher wie Brösels Werner und begrüße den Morgen mit einem vergnügten Plopp. Und ist der Jagertee erstmal warm, wird auch mir warm ums Herz. Jedenfalls für den Moment. Eine Medizin die nicht hilft, doch betäubt. Rezeptfrei.

Lässt die Wirkung erst einmal nach, drohe ich durch die stürmischen Wellen meines Tränenmeeres unterzugehen. Dann reichen mir meine Freunde Jim Beam und Gorbatschow die Hand. Sie halten mich oben. Statt Wasser, wollen sie meine Lungen füllen. Mit Erfolg. Mir stockt der Atem. Jedes Mal ein bisschen mehr.

Ich habe meinen Anker verloren.

Romantiksau

Eins wusste ich schon als kleines Mädchen. Irgendwann wird es auch mir begegnen. Dieses Gefühl, welches ich aus Romanen und Filmen kenne. Dieses Gefühl namens Liebe.

Ich sehe dich in jedem Detail.

Ich will an Wände gesprüht, in Bäume geritzt, auf Bänke gekritzelt und in deinen Gedanken verewigt werden. Ich will Notizbücher zieren und in deinem Herzen wohnen. Ich will keine Option sein.

Doch auch dieses Mal finde ich nicht, worauf ich gehofft habe. Vielleicht, weil ich am Anfang schon ohne Hoffnung war.

Es wartet keine gute Fee mehr darauf einem Mädchen wie mir eine silberne Kutsche unter den Arsch zu zaubern, um mich zu meinem Glück zu tragen. Man muss es selbst in die Hand nehmen. Doch was, wenn der Zeiger schon kurz vor zwölf steht und der Zauber langsam an Wirkung verliert. Für mich gab es nie das erste Date oder ein Abschiedkuss vor der Haustür. Keinen Pullover, der mir zu groß ist, um vollkommen in dem Geruch der Erinnerung unter zu gehen. Keine schlaftrunkenen Anrufe mitten in der Nacht, um meine Stimme zu hören. Der Blick der die Welt bedeutet bleibt aus. Niemand hat mich als sein Mädchen vorgestellt. Und so bleibe ich zurück mit den falschen Vorstellungen von Liebe. Es gibt einen Grund warum es Märchenprinz heißt. Er ist nur ein Mythos. Nicht wirklich. So wie Wölfe die Kreide fressen. Oder Zicklein in Standuhren.

Fakt ist: aus Mädchen wie mir, Mädchen mit Träumen, werden Mädchen mit Wodka.

Trümmerprinz

Bei unserer Suche nach wahrer Liebe ist unser Antrieb…

a) …Leidenschaft.
b) …Bedürfnis nach Sex.
c) …Unterstützung auf finanzieller und emotionaler Basis.
d) …das menschliche Bedürfnis der Verbundenheit und das ewige Gefängnis der Einsamkeit zu verlassen.

Ich wate durch ein Wechselbad der Gefühle.

Glück und Unglück geben sich die Hand. Ich will bei ihm sein. Doch es kostet Kraft. Anstrengung. Aber im selben Moment ist es einfach nur schön. Die Zeit mit ihm wertvoll. Sind es oft auch nur wenige Stunden. Er hat mich verändert. Auf die schöne Art und Weise. Ich sitze seinetwegen weinend Zuhause, während der Plattenspieler im Hintergrund rauscht, weil das letzte Lied schon lange geendet ist. Bei jeder Nachricht von ihm, zeigen sich diese kleinen Grübchen in meinem Gesicht und strahlen um die Wette. Und immer, wenn ich sein Lächeln sehe und er mich mit diesen frechen Augen ansieht, zeigt er mir, wie tief ich schon in der Sache drinstecke.

Ich weiß, dass er mich gern hat. Ich kann es fühlen. Spüren. Aber niemals greifen. Ich bin gefangen in ihm. Habe mich in seinem Sein verlaufen. Ich will alles von ihm. Will alles hören was er zu sagen hat. Seinen Worten lauschen, die seinen Gedanken Form geben. Doch verstehe ich oft nicht. Dabei würde ich so gerne verstehen. Alles. In ihm. An ihm.

Seit ich ihn kenne, weiß ich, was Sehnsucht ist.

Ich verliebe mich in ihn. Immer wieder.

Frustabo

Jolene. Ein jeder von uns kennt sie. Denn ein jeder von uns trifft sie. Irgendwann. Die Frau, mit der man nicht mithalten kann. Jedem zeigt sie sich anders. Und doch bleibt eines immer gleich. Wir stehen in ihrem Schatten. Ganz gleich wie groß die Schritte sind. Egal wieviele Sprünge wir uns entfernt glauben. Sie findet einen. Erwischt eiskalt. Mitten ins Herz. Man ist ihr ausgeliefert.

Sie hat mich stets an eines dieser Hochglanzmagazine erinnert. Elegant modern. Jede Seite an ihr war interessant. Sie hatte immer was zu berichten. Konnte unterhalten. Ich hingegen bin schon lange ein Mängelexemplar. Ein viel zu dicker Schinken der schon Staub angesetzt hat. Mit zerschlissenen Seiten, welche den Inhalt unkenntlich machen. Und der lädierte Ledereinband zeigt, dass ich schon durch viel zu viele Hände gegangen bin. Niemand hat es lange genug ausgehalten. Keiner kennt das Ende. Vielleicht ist es noch gar nicht geschrieben? Mein Zustand zeigt, dass ich mehr zu erzählen habe, als die Zeilen zu erkennen geben. Kapitel um Kapitel. Es gibt viel zu entdecken, wenn man sich an den rauen Einband erst einmal gewöhnt hat. Einer hat es gewagt. Er kann in mir lesen, zu jeder Zeit. Doch ich auch in ihm?

Ich weiß, wie er war, als sie noch in seinem Leben war. Liebevoll verkitscht. Sie lächelten von Fotos auf mich herab. Haben Liebesbekundungen ausgetauscht. Süßholz geraspelt. Mal mehr, mal weniger öffentlich. Doch ihre Verbindung war offensichtlich. Ihr Glück umso mehr.

Status: Jolene gets my man.